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Implantologie

Tut ein Zahnimplantat weh? Eine ehrliche Antwort des Zahnarztes

Schnelle Antwort: TUT ES WEH?

NEIN. Das Setzen eines Zahnimplantats unter lokaler Betäubung ist nicht schmerzhaft. Patienten sagen selbst: „überraschend schmerzfrei", „leichter als eine Extraktion", „ich habe fast nichts gespürt".

Was Sie hingegen spüren:

  • Vibrationen während der Vorbereitung des Implantatbetts (wie beim Bohren eines Zahns)
  • Ein Druckgefühl
  • Das Geräusch der Instrumente

Nach dem Eingriff sind die Schmerzen minimal und mit einfachen Schmerzmitteln (Lekadol, Ibuprofen) beherrschbar.

Warum erwarten Patienten Schmerzen?

Vor einem implantologischen Eingriff haben die meisten Patienten erhöhte Angst. Die Gründe:

  • Kindheitserinnerungen — schmerzhafte Eingriffe in den 80er- und 90er-Jahren, als die Betäubung noch nicht so wirksam war wie heute
  • Foren und Gerüchte — negative Erfahrungen ohne Kontext (schlecht durchgeführter Eingriff, unerfahrener Zahnarzt)
  • Bildliche Vorstellung — die Idee einer „Schraube, die in den Knochen gebohrt wird", ist für Laien beängstigend
  • Allgemeine Dentophobie — die Angst vor dem Zahnarzt gehört zu den häufigsten Phobien in der entwickelten Welt

Wir verstehen das. Deshalb nehmen wir uns bei Koderman die Zeit, Ihnen vor dem Eingriff genau zu erklären, was geschehen wird.

Hinweis: Patienten geben in der Suchmaschine oft den Begriff „Implatat" oder „Implantt" statt des korrekten _Implantat_ ein. Es handelt sich um denselben Vorgang — das Zahnimplantat — und alles, was wir in diesem Artikel beschreiben, gilt dafür.

1. Topische Betäubung (Gel)

Zuerst trage ich auf das Zahnfleisch eine Gel-Betäubung auf, die die Stelle betäubt, an der die Injektion gesetzt wird. Das verringert bereits das Empfinden des Einstichs.

2. Lokale Betäubung (Injektion)

Mit einer feinen Nadel spritze ich ein Lokalanästhetikum (Articain oder Lidocain). Wirkungseintritt: 2–3 Minuten. Die Betäubung hält 1,5–4 Stunden an, je nach gewähltem Mittel.

Der Einstich selbst ist kaum spürbar, weil die Stelle zuvor mit Gel betäubt wurde.

3. Sedierung (bei Bedarf)

Für sehr ängstliche Patienten oder umfangreiche Eingriffe (subperiostale Implantate, All-on-4) kann ich eine orale oder intravenöse Sedierung hinzufügen. Der Patient bleibt wach, ist aber entspannt und kann sich an den Eingriff kaum erinnern.

Die Sedierung ist optional und wird Ihnen beim Beratungsgespräch vorgeschlagen, wenn sie sinnvoll ist.

Schmerzen _während_ des Eingriffs

Sobald die lokale Betäubung wirkt, ist der gesamte Kieferbereich betäubt. Schmerzen spüren Sie nicht.

Sie spüren jedoch:

  • Vibrationen — die Vorbereitung des Implantatbetts ähnelt dem Bohren von Zähnen, ist aber intensiver
  • Druck — beim Eindrehen des Implantats in den Knochen entsteht ein mechanisches Druckgefühl
  • Geräusch — das Bohrinstrument ist hörbar (auf Wunsch Kopfhörer mit Musik)
  • Wasser im Mund (die Assistentin saugt es regelmäßig ab)

Wenn Sie während des Eingriffs etwas Unangenehmes spüren, heben Sie einfach die Hand — ich halte an und ergänze bei Bedarf das Betäubungsmittel.

Nach dem Eingriff — die ersten 24 Stunden

Die Betäubung lässt 1,5–4 Stunden nach dem Eingriff nach. Dann beginnen Sie, die operierte Stelle zu spüren:

  • Leichte Schwellung des Gesichts (Wange) — Höhepunkt am 2.–3. Tag, vollständig verschwunden nach 7 Tagen
  • Druckgefühl an der Implantatstelle
  • Leichter Schmerz — ähnlich dem Gefühl nach einer Zahnextraktion
  • Leichte Blutungen — in den ersten 24 Stunden normal

Empfohlene Schmerzmittel: Lekadol (Paracetamol) 500–1000 mg alle 6 Stunden oder Ibuprofen 400 mg alle 8 Stunden. Rezeptfrei. Die meisten Patienten nehmen 1–2 Dosen, danach sind keine Schmerzen mehr vorhanden.

Vermeiden Sie: Aspirin (Blutungsneigung), Alkohol in den ersten 24 Stunden, Rauchen 48 Stunden.

Nach dem Eingriff — die ersten 7 Tage

In der folgenden Woche:

  • 1.–3. Tag: leichte Schwellung, Druckgefühl, leichter Schmerz (beherrschbar)
  • 4.–7. Tag: die Schwellung geht zurück, kein oder nur sehr leichter Schmerz
  • 7.–10. Tag: Entfernung der Fäden, kurze Kontrolle

Die meisten Patienten kehren bereits am Tag nach dem Eingriff zur Arbeit zurück (sofern die Arbeit nicht körperlich anstrengend ist).

Schmerzen je nach Implantatart

| Eingriff | Dauer | Schmerz nach dem Eingriff | |-------|----------|-------------------| | Ein Implantat | 30 Min. | Minimal, 1–2 Tage | | Mehrere Implantate (2–3) | 60 Min. | Leicht, 2–3 Tage | | All-on-4 (4 Implantate + Brücke) | 90–120 Min. | Druckgefühl 2–3 Tage | | All-on-6 (6 Implantate) | 120 Min. | Druckgefühl 3–4 Tage | | Sinuslift + Implantat | 60–90 Min. | Leichte Gesichtsschwellung 3–5 Tage | | Subperiostale Implantate | 90–120 Min. (mit Sedierung) | Schwellung + Empfindung 5–7 Tage |

Für alle gilt: während des Eingriffs schmerzfrei, danach mit einfachen Schmerzmitteln beherrschbar.

Ängstliche Patienten

Wenn Sie unter Dentophobie leiden, ermöglicht Ihnen eine orale Sedierung (eine Tablette eine halbe Stunde vor dem Eingriff) oder eine intravenöse Sedierung, den Eingriff in entspanntem Zustand zu erleben. Sie werden sich nur sehr wenig daran erinnern.

Ältere Patienten (65+)

Implantate sind für ältere Menschen durchaus geeignet. Die Verträglichkeit der lokalen Betäubung ist gut. Wichtig ist lediglich die allgemeine Gesundheitsbeurteilung (Blutdruck, Antikoagulanzien).

Kinder und Jugendliche

Bei Kindern setzen wir Implantate erst ab dem 18. Lebensjahr (der Kiefer muss ausgewachsen sein). In seltenen Fällen (nach einer schweren Verletzung) können wir bei ausdrücklicher Indikation ab dem 16. Lebensjahr beginnen.

Ehrliche Patientenerfahrungen

„Ich dachte, es würde schlimmer. Ohne zu übertreiben, es war leichter als eine Zahnextraktion." — Patient mit 2 Implantaten im Oberkiefer
„Am zweiten Tag bin ich zur Arbeit zurückgekehrt. Ich habe Suppe gegessen, am nächsten Tag schon normale (weiche) Kost." — Patientin nach einem All-on-4-Eingriff
„Ich hatte 8 Implantate auf einmal. Lekadol die ersten 2 Tage, danach nichts. Jetzt, nach drei Jahren, esse ich Nüsse und Fleisch wie vor dem Zahnverlust." — Patient mit umfassender Rehabilitation

Häufige Fragen

Wird es wehtun, wenn die Betäubung nachlässt?

Leichte Schmerzen sind möglich. Nehmen Sie ein Schmerzmittel, bevor die Betäubung vollständig nachlässt (ca. 1,5 Stunden nach dem Eingriff) — so vermeiden Sie eine „Verzögerung".

Muss ich vor dem Eingriff ein Medikament einnehmen?

Nein, außer ich verschreibe es ausdrücklich (Antibiotika bei umfangreichen Eingriffen oder subperiostalen Implantaten). Stärken Sie sich mit einer leichten Mahlzeit — gehen Sie nicht hungrig oder müde zum Eingriff.

Wie lange dauern die Schmerzen nach dem Eingriff?

Bei einem Implantat: 1–2 Tage minimal. Bei All-on-4: 2–3 Tage Druckgefühl. Nach 7 Tagen fühlen sich die meisten Patienten völlig normal.

Werde ich Angst haben?

Angst ist natürlich. Vor dem Eingriff erkläre ich Ihnen alle Schritte, Sie können Musik hören, ich kann ein Beruhigungsmittel verschreiben. Sie sind nicht allein.

Ich habe eine sehr geringe Schmerztoleranz — was nun?

Sagen Sie es mir beim Beratungsgespräch. Wir können eine länger wirkende Betäubung verwenden, ich ergänze ein Beruhigungsmittel oder wir teilen den Eingriff in mehrere Sitzungen auf. Ihr Komfort hat Priorität.

Wird es wehtun, wenn mir der Zahn (die Krone) auf das Implantat gesetzt wird?

Nein. Das Setzen der Krone ist schmerzfrei und erfolgt nach abgeschlossener Osseointegration (3–6 Monate nach dem Implantat). Eine Betäubung ist in der Regel nicht erforderlich.

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